Städtepartnerkonferenz in Hamburg

IX. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz

Am 15. und 16. Juni fand in Ham­burg die IX. Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz statt. Die Durchführung der Konferenz, die vom Deutsch-Russischen Forum, dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften und der russischen Internationalen Assoziation für Partnerstädte veranstaltet wurde, wurde unterstützt vom Hamburger Senat, der Stiftung West-Östliche Begegnungen und der Metro Group Asset Management

Die Eröffnung der Konferenz im Hamburger Rathaus wurde umrahmt von der Verleihung des „Preises der Robert Bosch Stif­tung für deutsch-russisches Bür­gerengagement“, mit dem die Robert Bosch Stiftung herausragende Aktivitäten prämiert. In seiner Festrede ging Gernot Erler, Staatsminister im Auswärtigen Amt, besonders auf die derzeitigen Belastungen in den deutsch­russischen Beziehungen ein. Dies sorgte bei den russischen Gästen, aber auch bei deutschen Teilnehmern für Irritationen. Erler verwies im Verlauf seiner Rede auch auf die vielen positiven Elemente in den Beziehungen, doch anscheinend sind offizielle russische Vertreter derart harte Kritik in einer Festrede nicht gewohnt. Zudem bleibt die Frage, ob es zu diesem Anlass, zu dem die versammelt waren, die sich aktiv in die Gestaltung der deutsch-russischen Beziehungen einbringen, tatsächlich nötig war, vor allem auf die Belastungen in den politischen Beziehungen zu verweisen. Balsam für die Seele vieler war dagegen der Impulsvortrag „Zukunft der Stadtentwicklung – Internationale Zusammenarbeit und strategische Ansätze“ von Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, der den zweiten Tag der Konferenz eröffnete. Tiefensee berichtete über konkrete Projekte in der Zusammenarbeit und betonte die Bedeutung der deutsch-russischen Zusammenarbeit vor allem in Städte- und regionalen Partnerschaften. Denn für alle gelte die Frage: „Welche Stadt, welches städtische Leben wollen wir?“ Zudem verwies er darauf, dass sein Ministerium derzeit an einem Internetportal arbeite, dass zu einer Art Börse für Partnerschaftsprojekte werden soll. Zum Abschluss einer angeregten Diskussion erklärte Wolfgang Tiefensee, dass er sich in einem persönlichen Schreiben an den Deutschen Städtetag noch einmal für die Idee der Städtepartnerschaft stark machen wolle.

Dem Vortrag des Ministers folgten Darstellungen von „Best Practice-Beispielen“ so zu „Integrierter Städteplanung“, „Kooperationen bei städtischen Ver- und Entsorgern“ und die „IHK als Bindeglied“. Professor Michael Cesarz von der Metro Group Asset Management berichtete über die Erfahrungen seines Unternehmens in Russland. Seinen überaus bildhaften und unterhaltsamen Vortrag könnte man resümierend wie folgt zusammenfassen: „Die Russen sind und handeln anders als die Deutschen.“

Der Nachmittag des zweiten Konferenztages, der vom BDWO verantwortet wurde, befasste sich dann unter dem Titel „Zukunftsfähige Stadt – Lokale Agenda“ vor allem mit der Frage, wie die Agenda 21 als Handlungsrahmen für zukunftsfähige Stadtentwicklung ein Impuls für die Zusammenarbeit deutscher und russischer Städte und Gemeinden sein kann. Nach zwei Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion trafen sich die Teilnehmer in zwei Arbeitsgruppen. In der einen, die dem Thema grenzüberschreiten der Bürgerprojekte im Bereich der Energiesuffizenz und alternativer Energien gewidmet war, befasste man sich unter anderem mit Energiesparprojekten in Kaliningrad. In der anderen unter dem Titel „Faires Miteinander: Die interkulturell kompetente Kommune“ widmete man sich Fragen der Toleranz und der Integration von Minderheiten und Migrantinnen.

Einstimmig wurde am Ende der Konferenz die Resolution „Für einen freien Reiseverkehr in ganz Europa“ beschlossen. In der Resolution werden angesichts der sich oft schwierig gestaltenden Vis­vergabe Visaerleichterungen für die Partnerschaftsarbeit gefordert. Denn Partnerschaften brauchen Begegnungen, und so soll die nächste Städtepartnerkonferenz 2009 in Wolgograd stattfinden.

Am folgenden Tag fand ein erstes Treffen von deutsch-russi­schen und russisch-deutschen Nichtregierungsorganisationen statt, bei dem man sich erste Gedanken zu einer besseren Vernetzung mit- und untereinander machte.

Peter Franke, Berlin

Bundesminister Wolfgang Tiefensee informierte die rund 200 Teilnehmer der Städtepartnerkonferenz über konkrete Zusammenarbeitsprojekte

Die Städtepartnerkonferenz  – Eindrücke eines Teilnehmers aus Russland

 Vom 15. bis zum 17. Juni fand in Hamburg die IX. deutsch-russische Städtepartnerkonferenz statt, an der ich das Glück hatte teilnehmen zu können.

Die Konferenz war auf sehr hohem Niveau organisiert, alles war sehr genau durchdacht.

Es traten viele interessante Personen auf. Man hatte die Möglichkeit zur Diskussion mit diesen Personen. Zum Beispiel hatte ich erstmals die Möglichkeit, einem Bundesminister direkt eine Frage zu stellen ( während der Konferenz trat Wolfgang Tiefensee , Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung , auf ).

Ich möchte nochmals meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken :

–   an die Organisatoren der Konferenz

–   an Gerhard Laier , Vorsitzender der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen, der meine Teilnahme an der Konferenz ermöglichte

Ich nahm Hamburg als entzückende und wunderschöne Stadt wahr, die wahrlich für ein angenehmes Leben ihrer Bewohner geschaffen ist.

Zweifellos dient die Konferenz der Festigung der Verbindung zwischen Russland und Deutschland sowie der Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses zwischen dem russischen und dem deutschen Volk.

Meinerseits würde ich mir wünschen, dass die während der Konferenz gewonnenen Informationen und hergestellten Kontakte dazu dienen, die Beziehungen zwischen Ettlingen und der Partnerstadt Gatschina weiterzuentwickeln.

Es gibt bereits konkrete Ideen im Bereich Sport und Jugendarbeit.

Ich hoffe, dass sich in Ettlingen an der Realisierung dieser Ideen interessierte Menschen finden werden.

 Maksim Marchenko – Fachgebiet Sport, Tourismus und Jugendpolitik der Stadt Gatschina