Workcamp-2014

Bitte beachte: Das Camp beginnt Montag, den 28. Juli 2014 und endet am Montag, den 11. August 2014. Am Montag, den 11. August müssen wir bis 12:00 Uhr mittags die Unterkunft verlassen. Eine spätere Abreise muss selbst geplant werden, denn wir können Dir keine Übernachtungen nach diesem Tag in unserer Unterkunft gewährleisten und keine Betreuung organisieren. Natürlich unterstützen wir Dich gerne, wenn es Fragen gibt.
Die Fahrtkosten müssen von den Teilnehmern selbst getragen werden!

Wir sind in der Gruppenunterkunft “Kratzbürste“ im Schwarzwald untergebracht. Die Zimmer befinden sich auf zwei Stockwerken, die wir nach Geschlechtern getrennt bewohnen.
Großzügige Grünflächen um das Haus sind vorhanden. Uns stehen große Speise- und Aufenthaltsräume zur Verfügung. Allergien, Unverträglichkeiten und Essensgewohnheiten musst du uns bitte rechtzeitig mitteilen, damit wir uns darauf einstellen können. Die Verpflegung wird täglich frisch von einem Koch zubereitet. Wir bieten ausgewogene und abwechslungsreiche Speisen an.
Hier die Adresse der Unterkunft:
Tagungshaus Kratzbürste e.V:
Untere Gasse 22
79244 Münstertal/Schwarzwald
Tel: 07636 1614
www.kratzbuerste.de/

Teilnehmerinnen aus Gatschina: Anna Fedorchenko  (Анна Федорченко) und Irina Bulycheva (Ирина Булычева )

Regierungspräsidentin empfängt Teilnehmer einer internationalen Jugendbegegnung

Internationale Jugendbegegnung: Jugendliche pflegten Kriegsgräber im elsässischen Sondernach und in Badenweiler

Aus Anlass ihres Einsatzes in Badenweiler und Sondernheim/Elsass, wo sie Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft pflegten, waren unlängst 27 Jugendliche und ihre Betreuer aus zahlreichen europäischen Ländern Gast im Regierungspräsidium Freiburg. Dem Gespräch mit Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer ging der Besuch der Ausstellung „Menschen im Krieg 1914 – 1918″ im benachbarten Centre Culturel Frangais voraus. Auf die wechselvolle Geschichte des Oberrheins und die seit 70 Jahren gewachsene grenzüberschreitende Zusammenarbeit nahm die Regierungspräsidentin daher auch Bezug, als sie den Jugendlichen in Erinnerung rief: „Gegenseitiges Verstehen setzt Neugier und Offenheit voraus. Daraus erwächst Wissen. Wissen gibt Sicherheit und damit Gelassenheit, auch Unterschiede zu tolerieren“.

Die Jugendlichen kamen aus Deutschland, Frankreich, Rumänien, der Slowakei, der Türkei, aus Russland und der Ukraine. Organisiert und getragen wurde die Begegnung über den Landesverband Baden – Württemberg im Volksbund Kriegsgräberfürsorge e.V, der den Jugendlichen neben dem Arbeitseinsatz auch ein interessantes Rahmenprogramm in Freiburg und Umgebung bot. Als besonderen Eindruck nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine gemeinsame Kranzniederlegung an der WK I-Gedenkstätte Hartmannsweilerkopf zurück nach Hause.

gez. Joachim Müller-Bremberger



VÖLKERVERSTÄNDIGUNG

Jugendliche aus ganz Europa pflegen gemeinsam Kriegsgräber

Das Gedenken an die Weltkriege hat auch für junge Menschen Relevanz – wie aktuell ein international besetztes Jugendbegegnungsprojekt des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge in Münstertal zeigt.

Dreizehn Jungen und zwölf Mädchen, alle im Alter zwischen 16 und 22 Jahren, verbringen derzeit ein zweiwöchiges Begegnungsprojekt, das der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDKF), Landesverband Baden-Württemberg, im Zeichen des Gedenkens an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren europaweit ausgeschrieben hat.

Als Standort für Unterkunft, Verpflegung und hausinterne Aktionen konnte das Tagungshaus „Kratzbürste“ im oberen Münstertal gefunden werden, wo ein ähnliches Projekt des VDKF schon einmal vor sieben Jahren stattgefunden hat. Betreut wird diese internationale Jugendbegegnung vor Ort von Uwe Reinisch und drei weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern. Diese können für ihre 25 Schützlinge während des gesamten Aufenthaltes auf einen von der Bundeswehr gestellten Bus mit Fahrer und sogar auf einen Koch zurückgreifen.

Im Versammlungs- und Speiseraum des Tagungshauses begegnen sich junge Menschen aus Belarus, Bulgarien, Deutschland, Italien, Tschechien, Frankreich, Rumänien, Russland, Slowakei, Türkei, Ukraine und Ungarn, alle mit dem Ziel des gegenseitigen Gedankenaustausches und der Förderung von gegenseitigem Vertrauen und Verständnis. Auf Deutsch und Englisch – und natürlich auch mit viel Gestik und Mimik – klappt die Verständigung ganz gut, wie Betreuer Uwe Reinisch versichert.

Offiziell begrüßt worden war die internationale Jugendgruppe am 30. Juli im Regierungspräsidium Freiburg von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer mit anschließendem Besuch der Ausstellung „Menschen im Krieg 1914 bis 1918“. Hausintern stehen und standen die „Nationenabende“ im Zeichen der Begegnung, des Vorstellens und Kennenlernens der unterschiedlichen Länder und Kulturen, welche im Vorfeld im Rahmen von Projektarbeit und Workshops erarbeitet worden waren. Hier wurde den Jugendlichen im Gespräch bewusst, wie wichtig die Arbeit des Volksbundes ist, der heute 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit insgesamt rund 2,5 Millionen Kriegstoten betreut und damit das mahnende Gedenken bewahrt. Für die gegenseitigen Kontakte der Jugendlichen aus ganz Europa sorgten auch gesellschaftlich-sportliche Aktionen, eine Paddeltour auf dem Altrhein, Streifzüge durch Freiburg oder die Teilnahme am Fest des Lichts in Breisach.

Das Hauptthema des Treffens widmete sich indes dem Leitgedanken „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“. Unter diesem Motto stand das Aktionsprogramm am 31. Juli und am 1. August mit Pflegearbeiten auf der Kriegsgräberstätte in Badenweiler, wo die Jugendlichen zu Hacke und Schaufel, zu Feile und Kratzbürste, zu Heckenschere und Messer griffen, um die Grabgedenksteine vom überwuchernden Bewuchs und die Grabinschriften von der graudunklen Patina der Jahrzehnte zu befreien.

326 Grabstellen – Gefallene aus dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg – birgt der kleine Friedhof unweit der Abzweigung zum Ortsteil Lipburg. Ein Jugendlicher aus Donaueschingen kniete beim Säubern der Steine sogar am Grab eines Verwandten, nachdem er festgestellt hatte, dass der Cousin seines Opas im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges unweit an der badisch-elsässischen Grenze von einer Granate getroffen und hier in Badenweiler seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Eine ähnliche Arbeit stand wenige Tage später auf der Kriegsgräberstätte in Sondernach im elsässischen Münstertal auf dem Programm.

In das Projekt eingebunden waren darüber hinaus eine Teilnahme an der Gedenkveranstaltung des Landtags anlässlich des 100. Jahrestages des Beginns des Ersten Weltkrieges im Stuttgarter Landtag sowie ein Besuch im Europaparlament in Straßburg. Zum Abschluss ihrer zweiwöchigen Begegnung wird die international besetzte Jugendgruppe am kommenden Samstag eine Exkursion auf den Hartmannsweilerkopf in den Vogesen unternehmen, bevor das Projekt am 11. August zu Ende geht.

In Badenweiler griff die Jugendgruppe zu allerlei Garten- und Handwerksgerät, um die Kriegsgräber wieder in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Foto: Manfred Lange