Etwas andere Art von Urlaub – internationaler Jugendworkcamp

Jens Krzyzanowski arbeitete im Jugendcamp in Gatschina


 „Es ist eine etwas andere Art von Urlaub“, sagt Jens Krzyzanowski über die zwei Wochen, die er im Sommer in Ettlingens russischer Partnerstadt Gatschina verbracht hat. Der 16-Jährige aus Mörsch nahm dort an einem internationalen Jugendworkcamp teil. „Man lernt so die Kultur und Sprache viel besser kennen“, meint Krzyzanowski.
Junge Leute aus Deutschland, Russland und Weißrussland halfen in einer Schule für Drucktechnik und Design bei Renovierungsarbeiten mit. In der Freizeit ging es auf Ausflüge nach Gatschina, St. Petersburg und in die Umgebung.
Diese Jugendcamps organisiert die Gesellschaft Sachsen-Osteuropa seit mehreren Jahren. Auf Vermittlung der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen (DRG) war mit Jens Krzyzanowski nun erstmals ein Jugendlicher aus der Region dabei.

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Deutsch-Russisches Workcamp

in

Gatchina 2005

Das Jugend-Workcamp in Gattschina wurde zum 9. Mal (seit 1996) durchgeführt. Das „Jugend-Workcamp Gattschina 2005“ fand vom 30.07.-14.08.2005 in Gattschina, Leningrader Gebiet, Russische Föderation statt

Am Jugend-Workcamp nahmen 9 Jugendliche aus Deutschland (Leipzig, Neu-Isenburg, Rheinstetten), 4 Jugendliche aus der Republik Belarus (Gomel) und 1 Jugendlicher aus der Russischen Föderation (Tula) sowie Betreuer und Jugendliche aus Gattschina teil.

Projektleiter der deutschen Seite waren Dirk Zinner und Christiane Hoffmann, Projektmentor seitens der Gesellschaft Sachsen – Osteuropa e.V. Dr. Günter Ertel.

Projektleiter der russischen Seite war Ljudmila Jerofejewa von der Gesellschaft für russisch-deutsche Freundschaft zwischen den Partnerstädten Gattschina und Ettlingen („Russisch-Deutsche Gesellschaft Gattschina“).

Die deutschen Teilnehmer waren zum größten Teil zum ersten Mal in Russland. Trotz der geringen Erfahrungen und der schwachen russischen Sprachkenntnisse ist den Projektleitern die Realisierung des Projektes in enger Zusammenarbeit mit der Projektleiterin der russischen Seite gut gelungen.

Die Jugendgruppe war diesmal im Wohnheim des Schulzentrums „Don Bosco“ untergebracht. Die Kontakte zwischen er Jugendgruppe und der Leitung der Arbeiten wurden in erster Linie von zwei Pfarrern (Mönchen) des Schulzentrums, Vater Wladimir und Vater Andrea, realisiert.

Im Arbeitsprogramm standen dementsprechend konkrete praktische Aufgaben im Schulzentrum im Vordergrund, so z.B. Pflege  und Reinigung von Grünanlagen, Sanierung von Klassenräumen, Fenstern und Fensterbänken, Säuberung technischer Anlagen, sowie -Arbeiten in der katholischen Kirche.

Die Verbindung von Arbeit und Erholung gab wiederum gute Möglichkeiten für die Kontakte mit der Bevölkerung, die Durchführung von Exkursionen und Museumsbesuchen. Die Kosten für die Fahrten und Museumsbesuche sind jedoch in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr stark angestiegen.

Im Exkursionsprogramm standen im Vordergrund Stadtbesichtigungen in Gattschina und Sankt-Petersburg, Zarskoje selo, Kronstadt; Museumsbesuche, wie Ermitage, Peterhof, Jekatherinenpalast u.a.

Die russische Partnerorganisation schätzt die deutsch- russisch-belarussische Jugendgruppe als gutes Kollektiv ein, wobei jedoch die sprachlichen Schwierigkeiten untereinander nicht zu übersehen waren. Die belarussischen Mädchen sprachen z.B. nicht Deutsch, eine von ihnen etwas Englisch. Auch wirkte sich der relativ hohe Anteil von 10 Mädchen unter den  14 Teilnehmern etwas ungünstig auf die Arbeitsaufgaben aus. Der Leiter der Arbeiten, Vater Wladimir, bewertete die Realisierung der gestellten Arbeitsaufgaben als gut.

In den allgemeinen und Tagesberichten der deutschen Teilnehmer wird ausführlich über die Arbeiten der Jugendgruppe, die Exkursionen, Museumsbesuche sowie über die täglichen Begegnungen innerhalb der trinationalen Gruppe und mit der Partnerorganisation sowie über die gewonnenen Eindrücke berichtet (Anlage).

Die Realisierung des Projektes war nur dank der Förderung durch die Stiftung West-Östliche Begegnungen möglich. Neben den von der Stiftung erhaltenen Fördermitteln haben sich die Jugendlichen mit einer Teilnehmergebühr von jeweils 300 Euro an der Finanzierung des Workcamps beteiligt.

Das von der Partnerorganisation gemeinsam mit dem Schulzentrum „Don Bosco“ vorbereitete Arbeits- und Aufenthaltsprogramm wurde erfolgreich realisiert.

Das Projektergebnis erscheint einerseits in den konkreten Arbeitsergebnissen , weit mehr jedoch in den Teilnehmern selbst.

Die Exkursionen und Begegnungen trugen dazu bei, dass die Teilnehmer das Land außerhalb der Touristenwege kennenlernen unid sich mit den Menschen am Arbeitsort treffen konnten. Die Reise hat für die Jugendlichen den Blick auf Russland erweitert und das Leben dort authentisch vorgeführt.

Dr. Günter Ertel

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Wostok 1/2001 von Dr. Günter Ertel, Gesellschaft Sachsen-Osteuropa