Schüleraustausch Apex mit EG

Denis Rochev im Gespräch mit Eichendorff-Gymnasium

Ettlingen/Gatschina. Einen interessanten Pädagogen aus Ettlingens russischer Partnerstadt Gatschina hatte jüngst die Deutsch-Russische Ge­sellschaft in Ettlingen zu Gast: Denis Rochev ist Lehrer an einem privaten Gymnasium in der 90 000-Einwohner-Stadt bei Sankt Petersburg und wurde 2006 mit dem Titel „Pädagoge des Leningrader Bezirks” ausgezeichnet.

Das kommt nicht von ungefähr: Der 33-Jährige Familienvater ist mit Leib und Seele schon seit zehn Jahren im gymnasialen Lehrberuf tätig. In der Zeit hat der in Murmansk geborene Englisch- und Deutschlehrer auch viel Erfahrung in Westeuropa, insbesondere in Deutschland, bei verschiedenen Praktika erworben. So hospitierte er für einige Zeit in Schleswig-Holstein an einem Gymnasium und später auch noch an einer Waldorfschule im Ruhrge­biet. Zu den Praktika kam er nicht zuletzt aufgrund seiner Noten bei den pädagogischen Examen an der Herzen-Universität in Sankt Petersburg.

Durch das Internet wurde auch Gerhard Laier, Vorsitzender der Deutsch-Russischen Gesellschaft in Ettlingen, auf den Pädagogen aufmerksam. Laier, der regelmäßig die Videos der lokalen Fernsehsender im Gebiet Sankt Petersburg ansieht, erfuhr auch von der Preisverleihung im Jahre 2006 an Rochev. Laier lud ihn nach Ettlingen ein. Sein Gedanke dabei: Der Lehrer aus Gatschina könnte mithelfen, einen Beitrag dazu zu leisten, Gespräche über Schüleraustausch zwischen dem Eichendorff-Gymnasium und einer passenden Schule in Gatschina aufzunehmen. Jüngst führte Rochev in der Ettlinger Schule ein Gespräch mit der Schulleitung und auch verschiedenen Lehrern. Was dabei herausgekommen ist, wollte Rochev, ganz Diplomat, nicht sagen und meinte nur: „Es war ein vielversprechender Auftakt”.

Mehr ist von Rochev über deutsche Tugenden zu erfahren: „Pünktlichkeit ist in Russland ein Klischee”. Bei seinem Praktikum in Schleswig-Holstein sei er aber auch erstaunt gewesen, wie wenig dies auf manchen seiner Kollegen zuträfe. In Ettlingen habe er das erste Mal „hitzefrei” miterlebt. Das gebe es in seiner russischen Region nicht, „allenfalls kältefrei, wenn das Thermometer einmal unter minus 22 Grad sinkt”.

Apropos Schüleraustausch: Am liebsten wären ihm gemeinsame Projekte. So könne er sich vorstellen, dass deutsche und russische Schüler gemeinsam ein Theaterstück probten. Tenor hier: Da komme mehr heraus, wie wenn man nur zum „Sightseeing” käme”.

BNN, Johannes-Christoph W