Deutschlandseminar 2007

Aleksandra Areschtschenko:

 

Wenn ich diesen Bericht anfangen will, ist das, wie herzlich wir im Russischen Haus für Wissenschaft und Kultur empfangen wurden. Die Wächter waren ganz nett, wir mussten unser Gepäck im Gebäude lassen um im Zentrum ruhig spazieren zu gehen. Es wurde uns gesagt und erklärt, welche Sehenswürdigkeiten, in der Nähe vom Russischen Haus für Wissenschaft und Kultur liegen und wir vor dem Treffen mit der Gruppe besichtigen können. Und natürlich waren wir mit den Wohnungen in die wir später einquartiert wurden sehr zufrieden. Am Abend hatten wir einen kleinen Spaziergang durch Berlin und besuchten die Reichstagskuppel, wo wir die Stadt bei Nacht von der Vogelperspektive sahen.

Am nächsten Tag wurden wir vom Vertreter des Russischen Hauses begrüßt, wobei er uns über die Probleme der Beziehungen zwischen verschiedensten Kulturen und über die gegenwärtige politische Situation in Berlin erzählte. Ich war erstaunt, als ich erfuhr, dass die Einwohner von Ost-Berlin bis jetzt 20% weniger Gehalt haben als die West-Berliner, und dass 40% der West-Berliner noch nie in Ost-Berlin waren. Ich war enttäuscht, dass unser Land nicht stark im Ausland vertreten ist und nicht so viele Zentren wie z.B. das Goethe Institut hat, obwohl das russische Haus für Wissenschaft und Kultur im letzten Jahr 300.000 Menschen besuchten.

Was mich besonders stark beeindruckte, war das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das eine radikale Auseinandersetzung mit dem Begriff des Denkmals darstellt. Wenn man zwischen den Betonstellen wie in einem Labyrinth geht, denkt man daran, ob es der richtige Weg ist, so viel Menschen wegen des Judentums zu töten. Im Dokumentationszentrum las ich einen Brief, dessen Autor geschrieben hat, dass er nicht versteht, wie er den Krieg überleben soll.

Am Abend besuchten wir das Kanzleramt, besichtigten die großen modernen Säle und erfuhren viel Interessantes.

In der Landesvertretung von Baden-Württemberg wurden wir ganz herzlich empfangen und nahmen an der Exkursion über die Aufgaben und auch über die Probleme der Umweltbelastung teil.

Nach dem Mittagessen machten wir uns über den Bundesrat kundig, der das Parlament der Länderregierungen darstellt und sich jetzt in einem schönen alten Gebäude befindet, im ehemaligen preußischen Herrenhaus.

Am Donnerstag fuhren wir nach Karlshorst, wo wir das Deutsch-russische Museum besuchten, das mich sehr stark beeindruckte. Das besondere Interesse erweckten die Briefe von Soldaten an die Mutter, oder Bekannte die im Museum ausgestellt waren. Mit ihrer Hilfe kann man sehr lebendig die damalige Situation die in der Welt war spüren.

Am Nachmittag hatten wir eine Führung im Bundestag, im mächtigen Gebäude des Reistages, sahen wir uns die Graffiti der sowjetischen Soldaten an, die sich an den Wänden verewigten und ihren Namen oder ihre Botschaft als Ausdruck des Krieges hinterlassen hatten.

Im Informations- und Presseamt der Bundesregierung wurde uns erklärt, wie man dort Informationen erhält und bearbeitet.

Der letzte Tag, den wir in Berlin verbrachten begann mit der Fahrt nach Potsdam. Das Schloss Cezilienhof, wo die Potsdamer Konferenz stattgefunden hatte, streckt sich hübsch im grünen Hauch des Parkes aus.  Die Führung war spannend und informativ. Natürlich besichtigten wir auch das Schloss San Souci dem Schloss von Friedrich dem II. dessen Namen fest mit der Stadt verbunden ist. Das war für uns sehr interessant, das Schloss und den Park zu besuchen, das man oft mit Versailles oder Peterhof vergleicht.

Berlin ist eine der größten und berühmtesten Städte Europas und der ganzen Welt, in der neue  moderne repräsentative Wolkenkratzer mit altmodischen prachtvollen Gebäuden gemischt sind.

Ich bin froh, dass unser Programm so gut zusammengestellt ist, dass der erste Seminarort Berlin ist, weil gerade die Hauptstadt die Vorstellung über das ganze Land macht. Jeden Tag erfuhren wir Neues und Wichtiges, uns zur genannten Vorstellung über das Land.

Landshut

Als wir in Landshut ankamen, machten wir ein par Scherze darüber, dass die Spielleute, die auf dem Bahnhof intonierten, das für uns machten und dass die Rosen, die wir schon vom Zug erblickt hatten, für uns sind. Wir waren so stark erstaunt, als wir erfuhren, dass es tatsächlich so war.

Der Begrüßungsabend in der Musikschule verlief in sehr angenehmer Atmosphäre. Wir lernten dort erst mal unsere Gastfamilien kennen. Diese Woche wohnte ich bei der Familie Haseloff, bei denen ich mich wieder ganz herzlich bedanken möchte für den wunderschönen Aufenthalt in Landshut für ihre Hilfe und Unterstützung. Sie gaben sich alle Mühe, damit ich mich bei Ihnen wie zu Hause fühlen konnte.

Am Sonntag hatten wir die Stadtführung. Wir besichtigten das Zentrum dieser altbayerischen Residenzstadt an der Isar. Die Exkursion war eigentlich sehr gut, aber nicht so ausführlich wie es sein könnte.  Wir begannen mit der Besichtigung an der Stadtresidenz, die aus zwei architektonisch unterschiedlichen Baukörpern besteht: dem sogenannten deutschen Bau und dem italienischen Bau; dann besuchten wir das wuchtige Gebäude des Rathauses und des Rathausprunksaal, dessen Wände mit den Bildern von der Landshuter Hochzeit geschmückt sind. In der Martinskirche wurde unsere Führung durch die Stadt beendet. Die Kirche ist sehr beeindruckend, ihr Turm ist der höchste Ziegelturm der Welt. Leider besichtigten wir die Burg Trausnitz nicht, aber das machten fast alle Studentinnen später mit ihren Gastfamilien. Um 15 Uhr fand in der Altstadt die Werbeaktion „Russisch kommt“ statt. Die Studentinnen machten bei den Einwohnern Landshuts eine Umfrage, was sie von Russland erzählen können. Manchmal war es ganz lustig,  auf die Frage  „Wer war Puschkin“, die Antwort –  „der erste russische Präsident“ zu bekommen.

 Im Zentrum spielten Musikanten, es wurde Borschtsch gegessen und russische und bayerische Tänze getanzt.

Am Montag wurden wir im in dem im Stil des Rokoko gestalteten Regierungsgebäude von dem Oberbürgermeister, dem Regierungspräsidenten und dem ersten Vorsitzenden des Freundeskreises empfangen.

Am Nachmittag fuhren wir nach Bodenkirchen, waren im Kindergarten, wo uns alles erklärt und gezeigt wurde, wie hier die Kinder erzogen werden. Nach dem Besuch der kommunalen Selbstverwaltung und der Diskussion mit dem Bürgermeister  hatten wir den Grillabend in Bonbruck. Leider war das Wetter nicht besonders passend dazu, aber es wurde auch schön im Raum wo viele Bäume untergebracht worden waren gegessen und getrunken, gesungen und getanzt.

Am Dienstag besuchten wir die Fachhochschule Landshut, in der uns viel und ausführlich erzählt wurde; besonders auffallend war die Bibliothek. Nach dem Mittagessen in der Mensa fuhren wir zu den Landshuter Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Ich sah das eigentlich zum ersten Mal und war stark beeindruckt. Das fand ich sehr gut, was für solche Menschen geschaffen wird, damit sie irgendwelche Beschäftigung haben und sich nicht alleine fühlen.

Die Fahrt nach München war wunderschön, aber wir hatten wieder Pech mit dem Wetter. Trotzdem ist München auch beim Regen scharmant traumhaft und bezaubernd. Nach dem Stadtrundgang nahmen wir an der Sitzung des bayerischen Landtages teil, was uns sehr interessant vorkam, weil bei uns man so was kaum machen darf. Zudem befindet sich das bayerische Parlament im herrlichen Maximilianeum. Vom Fenster eines seines Saals eröffnet sich ein einzigartiger Blick auf die Landeshauptstadt.

Sehr gut gefiel mir die Führung durch das Atomkraftwerk. Die Blöcke 1 und 2 liegen direkt an der Isar, 14 km flussabwärts von Landshut. Es wird viel diskutiert, ob der Landkreis einen solchen Betrieb braucht und ob es nicht gefährlich ist. Aber ich denke, dass das nur Vorurteile sind und die Atomenergie ist tatsächlich unsere Zukunft.

14:00 Uhr Besuch im Fundus der Landshuter Hochzeit. Dort hatten wir wirklich Spaß beim Umkleiden und machten ganz lustige Fotos mit diesen altmodischen Hüten. Vieles ist in der Stadt mit dieser Hochzeit verbunden und das ist der wichtige Teil der Geschichte von Landshut. Ich würde gerne an diesem Fest teilnehmen.

Am vorletzten Tag war die Fahrt nach Regensburg. Auf Schritt und Tritt gibt es dort Sehenswürdigkeiten, Wir hatten einen sehr interessanten Führer, der uns alles ausführlich über den gotischen Dom in der Stadtmitte erzählte.

Und der Abschiedsabend war einfach prachtvoll. Diese gemütliche Atmosphäre schmackhaftes Essen, viele Getränke herzliche Worte schöne Musik.

Wir waren schon müde von der Bewunderung. Jeder Tag, den wir in Landshut verbrachten war besser als der vorhergehende und der gestrige Abend war wunderbarer Abschluss dieser leistungsfähigen Woche.

Während der Deutschlandseminars verbringen die Studenten die letzte Woche gewöhnlich in den Partnerstädten. Ich fuhr also nach Ettlingen, in die Stadt, die fast 2000jährige reiche Geschichte hat und sich im Herzen Badens befindet.

Am ersten Tag meines Aufenthalts war die Fahrt in eine der ältesten Universitätsstädte – nach Heidelberg. Die alte Burg mit dem Garten beeindruckte mich so sehr. Die Ruinen des Schosses erheben sich über den engen Strassen und Dächern von dem schönen großen Häusern, die dem Neckar entlang liegen. Von dem Schloss öffnet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Stadt, die tatsächlich unvergesslich ist.

Im Schloss ist das große Weinfass untergebracht, das mit ihrer Groesse wirklich sehr erstaunt: das Fassungsvermögen beträgt 222.000 Liter.

Nach der Führung im Schloss besuchten wir ein Orgelkonzert in der Heiliggeistkirche, deren Gründungsjahr 1398 ist, obwohl schon am Anfang des 13. Jahrhunderts hier eine kleine romanische Basilika stand. Und die Musik von Bach, Händel und Vivaldi klingelte in dieser alten Kirche mit der guten Akustik einfach bezaubernd.

Am Abend fand die Schlossbeleuchtung statt. Wenn man sagt, dass Heidelberg eine schöne Stadt ist, weiß man noch nicht wie des beim Feuerwerk aussieht. Dann ist die Stadt vortrefflich!

Am Sonntag hörten und sahen wir uns das Musical „Chess“ an, das im Hof vom barocken Schloss Ettlingen aufgeführt wurde. Schöne Musik, Tänze und Lieder, die Beleuchtung – und das alles war auf dem historischen Hintergrund des Palastes. Die Aufführung machte wirklich einen großen Eindruck. Dasselbe kann man auch über die zweite Aufführung sagen, die auch zu den Schlossfestspielen gehört, – über den „Amadeus“. Ich war ganz begeistert davon, wie schön dieses Stück gespielt wurde .

Am Montag war Baden-Baden mit mehreren Grünanlagen, reichen Häusern und Casinos. Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück, schon die Römer legten den Grundstein der Stadt, sie schätzten die Thermalquellen sehr hoch. Ich besuchte das Museum antiker Badekultur. Dieses Balineum zeigt Fußboden- und Wandheizungen in einem einzigartig erhaltenen Zustand. Ich besichtigte auch die berühmte orthodoxe Kirche und die Stiftskirche im Zentrum der Stadt.

Der Mittwoch war reich an Ereignissen. Am Vormittag hatte ich den Stadtrundgang durch Karlsruhe, das in der Nähe von Ettlingen liegt und etwa 280.000 Einwohner hat. Die Stadt ist fast 300 Jahre alt und wurde nach einem bestimmten Plan erbaut: die meisten Strassen laufen vom Schloss auseinander, das aus dem 18. Jahrhundert stammt. Man kann also in jedem Stadtteil die Schönheit des Palastes bewundern.

Am Nachmittag fand die Stadtführung in Ettlingen statt, während der mir vieles und sehr interessant über die Geschichte der Stadt, ihre Erbauung und politische Struktur erzählt wurde. Schon im 1. Jahrhundert n. Chr. gab es im Albtal 2 wichtige römische Strassen. Ettlingen entwickelte sich und zur Zeit hat es eine wirtschaftliche Mittelpunktsfunktion für 75.000 Menschen.

Am Donnerstag war die Fahrt nach Stuttgart und zwar nach Ludwigsburg. Das Schloss Ludwigsburg zählt zu den größten noch erhaltenen Barockschlössern Europas. Die Besucher des Schlossmuseums haben die einzigartige Gelegenheit, die in 3 verschiedenen Stilen – Barock, Rokoko und Empire – umgestalteten Appartements von Carl Eugen, Eberhard Ludwig und vom König Friedrich I. zu besichtigen. In der Grünanlage vor dem Schloss  befindet sich der Märchengarten – der richtige Genuss für viele Kinder.

Am Wochenende fuhren wir in die Pfalz, wo die großen Weinberge liegen. Wir besuchten auch die Burg Landeck, wo verschiedene Veranstaltungen sehr oft stattfinden, die der Geschichte der Ritterschaft gewidmet sind.

Am Abend war „Das Fest“ in Karlsruhe – ein open-air Konzert. Das war ein richtiges Fest für alle Einwohner der Stadt, die an diesem Abend dabei waren.

Am Sonntag besuchte ich das Kloster Maulbronn, das jetzt zum Weltkulturerbe gehört. Das Kloster ist ein harmonisches Gesamtkunstwerk, wo sogar Hermann Hesse seine Ausbildung erhielt.

Die letzte Stadt, die ich in Deutschland während dieser Reise besichtigte, war Frankfurt am Main, wo die historischen Gebäude der Altstadt mit den modernen Wolkenkratzern des Bankenzentrums sich verbinden.

In der Nacht flog ich nach Hause, aber ich werde unbedingt dieses Land noch einmal besuchen, wo die Schönheit, die Gastfreundschaft und die Freunde leben.

 

Vera Gorpinitsch (Siverskij, Sankt Petersburg):

Mein Aufenthalt in Berlin.

Schönes Wetter, heftiger Wind, blauer Himmel, starker Regen, schöne moderne Gebäude sind mit alten Denkmälern der deutschen Architektur gemischt: Berlin ist eine moderne Hauptstadt, die ihre Attraktivität nicht verloren hat.

Nicht zufällig findet das Deutschlandseminar in Berlin statt. Berlin ist das Herz des Landes, wo die wichtigsten politischen und kulturellen Ereignisse vorkommen.

Für mich war es sehr interessant, fast alle politisch bedeutendsten Objekte Berlins zu besichtigen.

Der Besuch der Reichstagskuppel am Abend war unvergesslich: Berlin lag wie auf der Hand, von Millionen Lichtern beleuchtet.

Während meines Aufenthaltes in Berlin habe ich viel über die Architektur und die Geschichte der Stadt erfahren.

Der Bundestag beeindruckte mich sehr. Das helle, moderne Gebäude lockt viele Touristen an, aber nicht alle dürfen da rein. Wir hatten das Glück und genossen die Schönheit dieses Denkmals der deutschen Architektur.

Wir haben das Informations- und Presseamt der Bundesregierung besucht. Der Repräsentant des Informations- und Presseamtes der Bundesregierung hat uns viel über das Leben dieses Amtes erzählt. Sein Bericht war sehr interessant.

Für uns öffnete seine Türen der deutsche Bundesrat. Die Führung verlief sehr interessant und spannend. Wir hatten die Möglichkeit, auf den Plätzen der Bundesratsvertreter zu sitzen und unsere Fragen an unseren Guide zu stellen.

Unsere Gruppe wurde auch herzlich durch den Repräsentanten der Landesregierung Baden-Württemberg empfangen. Wir haben viel Neues über sie Arbeit und Aufgaben der Landesvertretung Baden-Württemberg erfahren. Wir haben auch an der Diskussion zu Problemen mit dem Umweltschutz teilgenommen.

Während unseres Aufenthaltes in Berlin haben wir das Dokumentationszentrum für die ermordeten Juden Europas besichtigt; das Zentrum hat mich sehr beeindruckt. Dort konnten wir Fotos von Menschen sehen, die später getötet worden waren. Wir konnten auch viele Briefe dieser Menschen an Freunde und Verwandte lesen. Die Atmosphäre im Zentrum war sehr anstrengend. Es war toll und wir hatten viel Zeit nachzudenken. Im Brief eines Jungen standen schreckliche Worte: „Ich weiß, dass ich morgen sterbe. Warum? Wozu? Weiß ich nix! „

Nach dem Besuch dieses Zentrums überlegte ich den ganzen Tag. Was konnte diese Menschen retten? Warum wurden sie getötet? Ich glaube keiner kann die genaue Antwort geben, alle wissen aber: Dieser Schrecken soll nie wiederholt werden!

Mein Aufenthalt in Berlin ist zu Ende. Eine Woche ist wahrscheinlich zu wenig, um Politik und Architektur der deutschen Hauptstadt gründlich zu lernen. Es reicht aber um den Geist der Stadt zu spüren und die Atmosphäre der Stadt zu genießen.

Dank dieser Fahrt werde ich meinen zukünftigen Schülern bestimmt viel von der Politik, Kultur, Architektur und den Oasen Berlins erzählen.

Landshut ist eine schöne Stadt nicht weit von München. Unsere Gruppe kam in Landshut um 18:30 an und wurde sehr herzlich von den Einwohnern der Stadt empfangen. Man spielte auf dem Bahnhof bayerische Musik und die Atmosphäre war sehr freundlich.

Nach dem Ankommen fuhren wir mit dem Bus durch die Stadt. Man organisierte einen Begrüßungsabend in der Musikschule Landshut. Kleine Kinder und Erwachsene spielten verschiedene Musikinstrumente. Wir haben auch unsere Gastfamilien kennengelernt.

Der erste Tag in Landshut verlief sehr angenehm. Die erste Hälfte des Tages haben wir mit unseren Gastfamilien verbracht. Wir haben uns viel zu verschiedenen Themen unterhalten: Politik, Kultur, Musik, Wissenschaft, Architektur. Das war sehr günstig für meine Deutsch Kenntnisse..

Um 14 Uhr begann die Besichtigung der Stadt. Wir haben viel gesehen und erfahren. Das Rathaus von Landshut gefiel mir sehr: alte gotische Architektur und dunkle Säle beeindruckten mich.

Uns wurde auch die Martinskirche gezeigt. Das Gebäude ist sehr alt und hat den höchsten Ziegelturm der Welt. Der Turm ist 130,6 m hoch. Man kann diesen Turm aus allen Ecken der Stadt Landshut sehen. Diesen Turm zählt man zu den Symbolen der Stadt Landshut.

Am Sonntag haben wir auch in der Fußgängerzone in der Altstadt mit den Bürgern gesprochen. Wir haben eine Umfrage unternommen, die dem russischen Tag in Landshut gewidmet war. Wir haben auch an einer Diskussion mit Vertretern wirtschaftlicher Betriebe teilgenommen.

Wir haben viel über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland, Russland und der Ukraine gesprochen. Diese Diskussion gab uns die Möglichkeit, mehr über die deutsche wirtschaftliche Lage zu erfahren.

Am Montag um 11 Uhr wurde unsere Gruppe durch den Regierungspräsidenten Heinz Grunwald, Oberbürgermeister Hans Rampf, Bürgermeister H. Wimmer sehr herzlich empfangen. Wir haben viel über Politik und Ökonomie des Bundeslandes Bayern geredet.

Wir haben viele Fragen gestellt und die Politiker haben gute und viele Antworten gegeben. Wir haben erfahren, dass Bayern 70.549 km² beträgt und 12.387.350 Einwohner hat. Landeshauptstadt ist München.

Uns wurde auch von der bayerischen Regierung erzählt. Die bayerische Staatsregierung beschäftigt sich mit Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur, Technologie, Wissenschaft, Kunst, Unterricht, Kultur, Arbeit und Sozialordnung, Landwirtschaft, Umwelt, Finanzen. Das Thema der Diskussion war sehr interessant, deshalb verlief die Zeit der Besprechung ganz schnell.

Um 14 Uhr ist unsere Gruppe nach Bonbruck gefahren. Wir haben die Gemeinde Bodenkirchen und einen Kindergarten besucht. Die Kinder waren so klein und süß, dass jede von uns strahlend lächelte.

Die Kinder haben 3 Begrüßungslieder gesungen. Sie waren sehr aktiv und lustig. Wir haben den ganzen Kindergarten besichtigt, uns wurde viel gezeigt und erzählt. Wir haben auch die russischen Kindergärten mit den deutschen verglichen. Es stellte sich heraus, dass sie sich nicht so viel unterschieden.

Das Wetter war am Montag nicht besonders gut, aber trotzdem hatten wir einen schönen Grillabend in Bonbruck.

Uns wurde Bratfleisch und Würstchen mit Kartoffeln und Salat gegeben. Das war nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr interessant, denn wir haben bayerische Spezialitäten gekostet.

Am Dienstag hat unsere Gruppe die Fachhochschule Landshut besucht. Wir wurden sehr herzlich durch den Präsidenten der Fachhochschule Landshut, Herrn Professor Dr. Blom begrüßt.

Wir haben auch einen Rundgang durch die Fachhochschule unternommen. Das Gebäude ist sehr groß, hell und schön.

Die Fachhochschule Landshut arbeitet in der Einrichtung der technischen Studiengänge, Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik, Systems Engineering.

Einige Tatsachen der Geschichte der Fachhochschule sind auch interessant. 1972 wurde sie als Außenstelle der FH-Weihenstephan gegründet und 1978 wurde sie zur eigenständigen Fachhochschule. In der Fachhochschule studieren jetzt 2.545 Studenten. Wir haben mit einigen von ihnen über das Studium und das Studentenleben gesprochen. Es stellte sich heraus, dass die deutschen und die russischen Studenten fast gleiche Probleme haben.

Nach dem Mittagessen stand uns der Besuch der Landshuter Werkstätten bevor. Ich wusste, dass dort Menschen mit Behinderungen arbeiten. Trotzdem war es für mich sehr schwer,, diese Menschen anzuschauen. Die meisten von ihnen sind nicht körperlich, sondern geistig behindert. Einige waren sehr freundlich, einige beschäftigten sich still mit ihrer Arbeit. Ich finde es sehr gut, wenn sich solche Menschen miteinander unterhalten können. Das ist für sie die Möglichkeit, sich selbst im Leben zu finden, Kontakte zu knüpfen, oder sogar Liebe des ganzen Lebens zu finden. Wir haben erfahren, dass manche Arbeiter dieser Werkstätten verheiratet sind und zusammen in einem Heim wohnen.

Es ist sehr günstig für solche Menschen, dass dieses Sozialprogramm in Bayern existiert.

Unvergesslich war unsere Reise nach München, der Hauptstadt von Bayern. Die bayerische Hauptstadt sieht feierlich und schön aus. Viele Menschen hasten irgendwohin, einige bummeln bloß. Die Architektur der Altstadt hat mich besonders stark beeindruckt.

Während unserer Reise nach München haben wir mit dem bayerischen Landtag Bekanntschaft gemacht. Wir nahmen an der Landtagssitzung teil, haben mehr vom politischen Leben Bayerns erfahren. Die Abgeordneten Goderbauer und Pongratz beantworten unsere Fragen über das Leben des bayerischen Landtages.

Während unserer Fahrt nach Landshut haben wir nicht nur neue Menschen kennen gelernt und politische und kulturelle Tatsachen von dem Bundesland Bayern erfahren, sondern wir haben eine Woche unseres Lebens sehr schön und interessant verbracht.

  1. Juli 2007: Aus familiären Gründen Abbruch des Deutschlandseminars und Heimreise nach St. Petersburg

 

 

 

Die Welt zu Gast in Landshut !

Insgesamt 25 Germanistikstudenten aus Russland und der Ukraine besuchen im Rahmen des „Deutschlandseminars 2007“ die Stadt Landshut. Für die Studierenden soll die Teilnahme, die im Zeitraum von einer Woche in Landshut stattfindet, eine Belohnung für die hervorragenden Leistungen im Fach Deutsch sein.

Die West-Ost-Gesellschaft in Baden-Württemberg organisiert nun seit fünfzehn Jahren im Rahmen des Deutschlandseminars Begegnungen für Germanistikstudentinnen und –Studenten sowie jungen Dozentinnen und Dozenten aus Russland und der Ukraine. Stadt und Freundeskreis Landkreis Landshut – Rayon Nowosibirsk haben dazu eingeladen, die zweite, vom 30. Juni bis 7. Juli, des vierwöchigen Deutschlandseminars in Landshut zu verbringen. Die Reise der Studenten führt mit je einer Woche Aufenthalt nach Berlin – Landshut – Nagold und in die jeweilige Partnerstadt.

Für die Vermittlung von deutscher Sprache und Kultur durch die Studenten, die künftig als beispielsweise Lehrer, Dozenten, in der Wirtschaft oder Publizistik tätig sein werden, ist die unmittelbare Erfahrung vom Leben in Deutschland heute wichtiger denn je. Seit der Wiedervereinigung verliert die deutsche Sprache in Russland und der Ukraine gegenüber Englisch und Französisch stark an Beliebtheit. Ziel des Seminars ist es, den meist gut deutsch sprechenden Teilnehmern, die aber noch nie in Deutschland waren, Einblicke in die Lebensbereiche Politik, Wirtschaft, Kirchen und Familien zu verschaffen.

Berlin eröffnete das Deutschlandseminar und stellt sich der Gruppe als die Hauptstadt der Bundesrepublik vor, wozu der Besuch des Bundeskanzleramtes, des Bundestages und des Bundesrates gehörten. Nebenbei erhielten die Studenten auch einen Eindruck von der kulturellen und gesellschaftlichen Lebendigkeit der Metropole.

In der ersten Juliwoche kommen die Studenten dann nach Landshut. Die Stadt gibt durch den Besuch einer Landtagssitzung in München, der Bezirksregierung von Niederbayern und den Gemeinden Einblick in den föderalen Aufbau der Bundesrepublik. Die Wirtschaftskraft der Region verdeutlicht sich durch den Besuch namhafter Betriebe und vielfältiger Bildungseinrichtungen. In den Landshuter Werkstätten sehen sie vorbildliche soziale Einrichtungen. Auch ein geschichtlicher Informations- und Diskussionsbedarf, beispielsweise über die Landshuter Hochzeit und die historischen Bauwerke, wird aufkommen.

In der dritten Woche beim Aufenthalt in Nagold lernen die Teilnehmer eine deutsche Kleinstadt mit ihrer Infrastruktur kennen. Bei Fahrten in verschiedene Umgebungen erleben die Gäste den Reichtum der Kulturlandschaft im Südwesten Deutschlands.
Abschließend kann jeder Teilnehmer in eine Familie eingeladen werden, die mit seiner Herkunftsstadt eine Partnerschaft unterhält.

Die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland entwickeln sich heutzutage intensiv. Die Studenten haben in Deutschland die Möglichkeit die Kultur aus nächster Nähe kennen zu lernen. Für ein besseres Entgegenkommen der Vertreter verschiedener Nationen im zusammenwachsenden Europa ist das Projekt eine gute Voraussetzung.