Gäste aus Gatschina beim Marktfest 2005

DRG-Stand beim Marktfest

Nach einer Pause von 6 Jahren beteiligte sich die DRG wieder am Marktfest und es war ein voller Erfolg. Die DRG dankt allen Gästen, die den Stand besucht haben. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Helferinnen und Helfer, die durch ihre tatkräftige Unterstützung zum Gelingen beigetragen haben. Insbesondere gilt der Dank dem

Gewerbeverein Bruchhausen. Die Saxtown Band aus Gatschina sorgte für musikalische Unterhaltung, unterstützt durch Wilhelm Zimmermann von der Musikschule.

38 Gäste aus Gatschina reisten mit dem Bus zum Ettlinger Marktfest. Im Gepäck hatten sie Informationsmaterial aus Gatschina und dem Leningrader Gebiet, landestypische Souvenirs und Gemälde. Bei Kaviarbrötchen und Wodka konnte man ein Schwätzchen halten, sich über Reisen in das Venedig des Nordens (St. Petersburg) und das nahe gelegene Gatschina informieren oder etwas kaufen. Auch die beiden Studentinnen, die bei der Stadtranderholung als Betreuerinnen tätig waren, halfen am Stand mit. Nach einer 60- stündigen Fahrt mit Bus und Fähre ist die
Gruppe am Freitagabend begeistert von den Reiseeindrücken wieder in Gatschina eingetroffen. Nicht zuletzt möchte der Verein den Mitarbeitern der Verwaltung der
Stadt Ettlingen danken, insbesondere Karin Herder-Gysser und Alfons Maisch, die bei der Organisation sehr geholfen haben.

Ein höhepunktreiches Festwochenende

25 + 94 + 5 = Marktfest 2005

Europäische Meile war Magnet/Musikprogramm begeisterte

Es ist das Fest der Feste in der Region und es konnte sich auch bei seinem 25-jährigen Jubiläum gegen die Konkurrenz im Umland mehr als gut behaupten. Hieß es doch schon am frühen Samstagabend in manchen Straßenzeilen, nichts geht mehr, kein Durchkommen. Dicht gedrängt standen auch die Menschen auf den sieben großen Plätzen in der Altstadt, wo ein abwechslungsreiches Musikprogramm für die richtige Feststimmung sorgte. Und die 94 Vereine wussten einmal wieder mehr die Besucher zu verwöhnen. Von magnetischer Wirkung war die Europäische Meile vor dem Schloss, wo 5 Ettlinger Partnerstädte Spezereien kredenzten.

Im Vorfeld des Marktfestes unterzeichnete OB Büssemaker gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus den Partnerstädten eine Urkunde „Bürgermeister für den Frieden“.

Das Fest selbst wurde traditionsgemäß mit einem Fass Freibier eröffnet, das die Rathauschefin mit zwei gezielten Hammerschlägen am Samstagmorgen anstach. Mit dem edlen Gerstensaft ließen  die Bürgermeister Antonino Buscemi, Menfi, und Guido Storch, Löbau, Karin Herder-Gysser, bei der Stadt unter anderem für die Städtepartnerschaften zuständig, Nicolas Schmit vom Partnerschaftskomitee Epernay, Ehrenbürger Dr. Erwin Vetter und OB Büssemaker Gäste, Veranstalter und Organisatoren des Fests hochleben. Die Eröffnungszeremonie wurde vom Musikverein Ettlingen musikalisch umrahmt.

38 Gäste mit dem Bus aus Gatschina nach Ettlingen

Eindrücke einer Person, die zum ersten Mal in Deutschland war

 Alles war interessant, auch die Fahrt selbst, obwohl sie anstrengend war. Ich habe mehrere Länder kennen gelernt: Finnland, Schweden und Deutschland. Deutschland – das Land meiner Träume. Ich bin zweimal mit der Fähre gefahren: von Finnland nach Schweden und von Schweden nach Deutschland. Und dann quer durch ganz Deutschland, von Rostock im Norden bis Ettlingen im Süden. Ungewöhnlich war nur das lange Sitzen im Bus, ich bin ein beweglicher Typ und nicht gewohnt, so lange still zu sitzen.

 Ich hatte geglaubt, dass Deutschland relativ eben sei. Alles war anders als ich es mir vorgestellt hatte. Ich sah die verschiedensten Landschaften, sehr reizvolle Landschaften. Beeindruckt war ich von der Autobahn und den wundervollen deutschen Straßen. Überall herrschte Ordnung, auch das kleinste Fleckchen wurde genutzt. Der gesamte Lebensraum war sehr gepflegt. In dieser Hinsicht müssen wir noch viel lernen. Und so herrliche Blumen, überall Blumen.

 Als wir unser Reiseziel erreichten, waren wir alle angenehm überrascht über den

herzlichen Empfang durch die Mitglieder der Deutsch-Russischen Gesellschaft und das Abendessen. Nach der langen Busfahrt wußten wir das zu schätzen. Ich wohnte im Naturfreundehaus, dem weiter entfernt gelegenen Hotel. Hier war alles wunderschön, die Bedienung war freundlich. Wir waren jedoch stark von den Fahrern abhängig und hatten weniger Kontaktmöglichkeiten.

 Alle Ausflüge haben mir sehr gut gefallen. Die erste führte nach Straßburg. Begleitet wurden wir immer von Mitgliedern der DRG. Trotz des Regens haben wir einen Eindruck von der Stadt erhalten. Während der Bootsfahrt  konnten wir über Kopfhörer Erläuterungen in verschiedenen Sprachen hören, auch in Russisch. In Straßburg war ein Blumenmeer, die Blumen schien mir hier noch leuchtender und üppiger. Ein Picknick im Bus rundete die Fahrt ab.

 Am nächsten Tag waren wir in Heidelberg. Diese Stadt hat mir besonders gut gefallen. Herr Haase berichtete uns fachkundig über die Geschichte der Stadt und des Schlosses. Wunderbar war der Blick auf die Stadt und den Fluß. Bei strahlendem Sonnenschein besichtigten wir die Sehenswürdigkeiten.

 Am Freitag war ein feierlicher Empfang im Schloß, zu dem auch wir geladen waren. Verschiedene Würdenträger sprachen. Unser Orchester spielte.

 Einen Höhepunkt bildete das Marktfest. Interessant ist, dass man in Deutschland anders feiert als in Russland. Manches ist wie bei uns, vieles ganz anders. Ich hatte den Eindruck, dass die ganze Stadt für zwei Tage zum Fest gekommen war, die ganze Stadt schien mir eng befreundet. Überall konnte man verschiedene deutsche und ausländische Spezialitäten probieren. Beeindruckt bin ich vom deutschen Bier. Ich bin keine Biertrinkerin, ich trinke in Gatschina nur im Sommer manchmal einen Schluck Bier und fühle mich dann nicht sehr wohl und Bier schmeckte mir nie. Das deutsche Bier dagegen war wohlschmeckend, es trank sich leicht und schuf gute Laune. Alle Besucher haben zusammen gefeiert, wie eine große Familie. Überall spielten Orchester, wurde getanzt, die gute Laune war ansteckend.

 Wir waren im Schwarzwald, in Baden-Baden und in Karlsruhe. Wir haben viel gesehen. Mir persönlich hat Ettlingen am besten gefallen. Ich liebe kleine Städte, Ettlingen schien mir wie eine Spielzeugstadt, überall alte Gebäude, Sehenswürdigkeiten und freundliche Menschen. Es war leicht, sich mit den Menschen zu unterhalten. Ich konnte sie gut verstehen. Und wenn ich gebeten habe, doch etwas langsamer zu sprechen, haben sie meiner Bitte sofort Folge geleistet.

 Viele liebe Worte wurden während des Abschiedsabends geäußert. Zufrieden stiegen wir wieder in unseren Reisebus und fuhren in Richtung Heimat, nur in Hamburg machten wir einmal Halt, um die Stadt kurz zu besichtigen.

 Ich bin sehr froh, dass ich diese Reise unternommen habe.

Tatiana Kolomenskaya, Gatschina